Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis

Verfasst von Sif

Sonnen­fins­ternis - Das Wunder vom Ljárskógarströnd

Es war als das grosse Spek­takel angekündigt. Dann wurde es zu einer Zitter­partie. Mit einem überaus glückli­chen Ende für die Leute rund um die Mystic Light Lodge.

Am 12. August 2026 erlebte Island eine Sonnen­fins­ternis – und der Westen des Landes sogar eine totale. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet, aber unter den Zwei­bei­nern waren die Erwar­tungen riesig. Die Hoff­nungen eben­falls. Und auch der plane­ri­sche Aufwand. Festi­vals wurden orga­ni­siert, Verkehrs­kon­zepte ausgetüftelt und sämtliche verfügbaren Sicher­heits- und Rettungskräfte in Bereit­schaft versetzt. Man berei­tete sich auf viele Rudel Reisende in Westis­land vor und die Hundehütten - ich meine die Unterkünfte waren weit im Voraus ausge­bucht. Auch bei uns in der Mystic Light Lodge war schon länger kein Platz mehr frei.

Dann rückte der verheis­sungs­volle Tag näher. Und, oh Schreck, es zeich­nete sich ab, dass da ein kleiner Spiel­ver­derber namens Wetter rein­pfu­schen würde.  Wolken und Regen in Island? Wer hätte das auch ahnen können…

Am 12. August selbst wurden die Befürchtungen immer mehr zur Realität. Die Sonne war nicht zu sehen. Dafür Wolken und teil­weise sogar Regen. Ein ganz schöner Leckerli-Krepierer.
Aber Aufgeben und den Kopf unter die Decke stecken kam natürlich trotzdem nicht in Frage. Wir sind schliess­lich in Island, wo sich das Wetter inner­halb von wenigen Minuten komplett ument­scheiden kann und es nun mal bekannt dafür ist, ein biss­chen Drama zu veran­stalten.
Also machten sich Esther & Pierre am späteren Nach­mittag bei den Spielhäusern am Ljárskógarströnd bereit. Kamera aufs Stativ stellen, Lang­zeit­be­lich­tung vorbe­reiten, alles schön ordent­lich durch­dacht. Dann warteten sie am Strand, mit Blick über den Hvammsfjörður. Die Sonnen­fins­ternis hatte hinter dicken Wolken verborgen längst begonnen.

Und dann geschah es, das Wunder vom Ljárskógarströnd.

Irgend­wann, kurz nach 17:30 Uhr – also kurz bevor der Mond die Sonne maximal bede­cken würde – schim­merte plötzlich eine schmale Sonnen­si­chel durch eine Wolkenlücke. Die einzige Wolkenlücke weit und breit.
Esther & Pierre und alle anderen Anwe­senden geri­eten völlig aus dem Häuschen und hielten die faszi­nie­rende Szene mit ihren Kameras und Smart­phones fest.

Überra­schung! Völlig uner­wartet guckt die Sonnen­si­chel plötzlich durch die Wolken hindurch.

Ich hingegen – zuge­geben - war nicht ganz bei der Sache und nicht wirk­lich auf den Himmel fokus­siert. Es hatte mir zuvor ja auch niemand erklärt, was da genau passieren würde. Alles was ich wahr­nahm war, dass sich niemand wirk­lich für mich und meine Akti­onen inter­es­sierte. Für einen grossen Entde­cker wie mich wäre es eine Schande gewesen, eine solche Gele­gen­heiten tatenlos vorbei­gehen zu lassen. So kam es, dass ich am Strand einige wunder­bare, vermut­lich verbo­tene Knab­be­reien erschnüffelte und schnell vertilgte. Yammie.

Doch dann wurde es plötzlich dunkel, mitten am Tag. Das war dann doch etwas seltsam. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Das Licht über dem Fjord war völlig anders als bei einer normalen Dämmerung oder in der Nacht. Irgendwie dunkel, aber gleich­zeitig auch schim­mernd, und eine Art bronze-farben. Der ganze Hvammsfjördur sah plötzlich aus, als hätte jemand einen ziem­lich verrückten Filter über die Welt gelegt. Und es wurde ganz still.

Eine einzig­ar­tige Stim­mung legte sich über den Fjord.

Da musste auch ich mich hinsetzen und staunen. Ein paar Augen­blicke, dann wurde es schon wieder heller. Die Sonnen­si­chel war jetzt Spiegel-verkehrt und wurde schnell wieder grösser.

Hops, noch bevor ich reali­sierte, was passiert, schaute die Sichel plötzlich in die andere Rich­tung.

Die Zwei­beiner schauten berauscht auf das Meer hinaus und verdauten das faszi­nie­rende Erlebnis. Ich sass da und verdaute meine kuli­na­ri­schen Errun­gen­schaften. Rülps!

Alle waren glückselig, mehr kann man sich nicht wünschen.

Übrigens, die nächste totale Sonnen­fins­ternis in Island wird 2196 statt­finden, für mich wird es damit auf jeden Fall ein einma­liges Erlebnis bleiben.

Sif
Chefin Unter­hal­tung
Mystic Light Lodge

Mute
Mute

Sonnenfinsternis bei der Mystic Light Lodge

Einen Moment Dunkelheit mitten am Tag